Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns

Es gibt nur noch zwei Nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, sie heißen Najin und Fatu und sind beides Weibchen. Diese charismatischen Dickhäuter vor dem Aussterben zu bewahren erscheint unter diesen Umständen unmöglich. Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes internationales Projekt will das scheinbar Unmögliche dennoch Realität werden lassen und entwickelt unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) Methoden der assistierten Reproduktion und Stammzellforschung weiter. Wie? Das erfahren Sie in der » ausführlichen Projektbeschreibung.

Neuigkeiten

1. Dezember 2019
„In-vitro-Befruchtungen sind der wichtigste Schritt zum Erhalt bedrohter Arten“
Das Sumatra-Nashorn und das Nördliche Breitmaulnashorn stehen kurz vor dem Aussterben. Erst vor wenigen Tagen starb Iman, das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias, nach schwerer Krankheit. Thomas Hildebrandt führte eine der letzten tierärztlichen Untersuchungen an Iman durch und versuchte Eizellen für die assistierte Reproduktion zu gewinnen. Er und seine Kollegen vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung wollen dem Sumatra- wie dem Nordlichen Breitmaulnashorn zu Nachwuchs verhelfen. In einem Interview mit National Geographic Deutschland spricht Hildebrandt über Verfahren für die assistierte Reproduktion bei Nashörnern und über Uneinigkeit innerhalb der IUCN über den Weg zur Rettung bedrohter Tierarten. Das Interview ist am 25. Oktober 2019, vier Wochen vor dem Tod Imans, erschienen.  » mehr Infos

11. September 2019
Erste in-vitro-Embryonen könnten Wendepunkt für das fast ausgestorbene Nördliche Breitmaulnashorn markieren
Seit Jahrzehnten ist die Geschichte des Nördlichen Breitmaulnashorns eine Geschichte des Niedergangs. Die Zahl der Individuen sank 2018 auf nur noch zwei, so dass das komplette Aussterben scheinbar nur noch eine Frage der Zeit ist. Ein internationales Konsortium von WissenschaftlernInnen und NaturschützerInnen hat nun einen Meilenstein in der assistierten Reproduktion erreicht, der ein Wendepunkt im Schicksal dieser großartigen Tiere sein könnte. Mit Hilfe von Eizellen, die kürzlich in Kenia von den beiden verbliebenen Weibchen entnommen wurden, und gefrorenem Sperma von verstorbenen Bullen gelang es ihnen, im Labor zwei Nördliche Breitmaulnashorn-Embryonen herzustellen. Die Embryonen werden nun in flüssigem Stickstoff gelagert, um in der Zukunft in eine Leihmutter überführt zu werden.  » mehr Infos

26. August 2019
Eizellen des Nördlichen Breitmaulnashorns erfolgreich im Labor befruchtet
Nachdem den beiden letzten überlebenden Weibchen des Nördlichen Breitmaulnashorns, Najin und Fatu, am 22. August in Kenia mit Erfolg zehn Eizellen entnommen werden konnten, gibt das internationale Team von Wissenschaftlern und Umweltschützern bekannt, dass sieben der zehn Eizellen (vier von Fatu und drei von Najin) erfolgreich zur Reife gebracht und künstlich befruchtet wurden. Die künstliche Befruchtung erfolgte durch eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) mit zuvor eingefrorenen Spermien von zwei Bullen der Nördlichen Breitmaulnashörner, Suni und Saut, am 25. August. Dies ist der nächste entscheidende Meilenstein, um hoffentlich lebensfähige Embryonen zu erzeugen, die eingefroren und dann später von einem Südlichen Breitmaulnashorn- Weibchen als Leihmutter ausgetragen werden sollen. » Mehr Infos

23. August 2019
Erfolgreiche Eizellenentnahme bei Nördlichen Breitmaulnashörnern – ein weiterer Meilenstein für ihre Rettung
Es gibt nur noch zwei Nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind Weibchen. Diese charismatischen Dickhäuter vor dem Aussterben zu bewahren erscheint unmöglich – doch ein internationales Team aus WissenschaftlerInnen und Tierärzten hat erstmals eine Prozedur durchgeführt, die eine assistierte Reproduktion ermöglicht, um das Unmögliche dennoch zu erreichen. Am 22. August 2019 hat das Team erfolgreich Eizellen der weiblichen Tiere gewonnen. Die erstmals in Nördlichen Breitmaulnashörnern durchgeführte Prozedur fand im Ol Pejeta Reservat in Kenia statt. Die Eizellen werden nun mit eingefrorenen Spermien eines bereits verstorbenen Bullen künstlich befruchtet. Ein im Labor erzeugter Embryo soll später einer Leihmutter, einer Südlichen Breitmaulnashornkuh, eingesetzt werden. Die Eizellenentnahme ist das Resultat der erfolgreichen Zusammenarbeit des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mit dem Zoo Dvur Králové, Avantea sowie der Ol Pejeta Conservancy und dem Kenya Wildlife Service (KWS). Ermöglicht wurde der Eingriff durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). » Mehr Infos

25. Juni 2019
Hightech für den Artenschutz – BMBF-Forschungsprojekt BioRescue als Überlebenschance für Nördliche Breitmaulnashörner
Heute startet offiziell das Forschungsprojekt BioRescue zur Rettung des akut vom Aussterben bedrohten Nördlichen Breitmaulnashorns. Mit Hilfe modernster Reproduktions- und Stammzelltechnologie soll der Fortbestand dieser Schlüsselart gesichert werden. Das internationale Wissenschaftskonsortium unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und mit maßgeblicher Beteiligung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) wird dafür mit rund 4 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teil der BMBF-Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt gefördert. Mit dem erfolgreichen Transfer eines Embryos in die Gebärmutter eines Südlichen Breitmaulnashorns hat das Forscherteam Ende Mai 2019 bereits einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die sich aus BioRescue ergeben, werden von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einem Begleitforschungsprojekt adressiert. » Mehr Infos