Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns

Das BioRescue-Projekt lebt von der außergewöhnlichen Zusammenarbeit von renommierten Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete, die ihre Erfahrung und Expertise in den Dienst der Ziele des Projektes stellen.


Prof. Thomas Bernd Hildebrandt ist Leiter der Abteilung Reproduktionsmanagement am Leibniz-IZW und Professor für Wildlife Reproduction Medicine an der Freien Universität Berlin. Er studierte Tiermedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin, erlangte seinen Doktortitel mit summa cum laude an der Freien Universität Berlin und ist als Fachtierarzt zertifiziert. Auf seinem Spezialgebiet, der Reproduktionsbiologie, gehört er zu den Pionieren der assistierten Reproduktion großer Säugetieren, unter anderem Elefanten, Nashörnern, Großkatzen und Pandabären. Er ist in einer Vielzahl von Fachgesellschaften vertreten, ist Honorary Professorial Fellow Life Sciences an der Melbourne University, Research Associate der Smithsonian Institution (National Zoological Park), Fellow der Zoological Society of San Diego Zoo, Scientific Associate der Taronga Conservation Society Australia, Conservation Fellow der Zoological Society London sowie Veterinary Advisor für die European elephant Taxon Advisory Group.


Dr. Frank Göritz ist Leitender Tierarzt des Leibniz-IZW und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Reproduktionsmanagement. Er erwarb seinen ersten tierärztlichen Abschluss an der Humboldt Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin mit anschließender tierärztlicher Approbation und seinen zweiten tierärztlichen Abschluss (Dr. med. vet.) an der Freien Universität mit einer Dissertation über Ultraschall in Zoo- und Wildtieren. Göritz ist Mitglied des Royal College of Veterinary Surgeons (MRCVS), London, UK und European Veterinary Specialist in Zoological Medicine (Zoo Health Management) und DipECZM (ZHM). Göritz wurde von Four Paws International mit dem 1. International Wild Animal Welfare Award ausgezeichnet und hat in seiner Karriere mehr als 600 Narkosen von Nashörnern durchgeführt - jede einzelne erfolgreich.


Adj. Prof. Robert Hermes ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-IZW in der Abteilung Reproduktionsmanagement und adjunct Professor an der University of Sydney. Er studierte Tiermedizin an der Freien Universität Berlin, wo er auch seinen Doktortitel erlangte. Seit 2000 ist er Seniorwissenschaftler am Leibniz-IZW und Spezialist für Reproduktionsmanagement und assistierte Reproduktion von Nashörnern. 2013 habilitierte er auf dem Gebiet Wildlife Conservation Medicine an der Universität Wien. Hermes ist europäischer Fachtierarzt für Zootiermedizin (Diplomate, European College of Zoological Medicine). Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die assistiere Reproduktion bei Wildtieren und speziell die Kryo-Konservierung von Wildtierspermien.


Dr. Susanne Holtze ist Wissenschaftlerin in der Abteilung Reproduktionsmanagement am Leibniz-IZW. Ihre Diplomarbeit in Biologie führte sie an der University of Queensland, Australien durch und ihre Promotion an der FU Berlin am Berlin NeuroImaging Center und dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Ihre Forschung fokussiert auf die Reproduktionsbiologie und -medizin von Wildtieren sowie auf die Physiologie langlebiger Arten.


Dr. Sebastian Diecke ist leitender Wissenschaftler in der Stammzellplattform des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gesellschaft (MDC) und Autor von 25 hochrangigen stammzellbezogenen Publikationen. Er war Mitbegründer des PluriCORE Network of German Stem Cell Core Facilities. Im Jahr 2012 erhielt Dr. Diecke ein DFG-Postdoktorandenstipendium, im Rahmen dessen er drei Jahre in einem der führenden Stammzelllabore von Prof. Joseph Wu an der Stanford University verbrachte. Nach dem Ende dieses Stipendiums baute Diecke die Stammzellanlage im MDC auf und arbeitet seit 2015 in enger Zusammenarbeit mit dem Leibniz-IZW am Projekt zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns.


Prof. Cesare Galli absolvierte ein Postdoc-Studium in Cambridge, Großbritannien, mit einem Schwerpunkt auf Techniken der reproduktiven Biotechnologie. 1999 gelang ihm der weltweit erste Klon eines Rinderbullen und 2003 der erste Klon eines Pferdes. Heute ist sein italienisches Biotech-Unternehmen Avantea weltweit führend auf diesem Gebiet der Reproduktionsbiologie. Darüber hinaus betreibt es nationale und internationale Forschungsprojekte auf dem Gebiet der assistierten Reproduktion. Neben der Tierzucht ist er auch im biomedizinischen Bereich tätig, mit den Schwerpunkten Entwicklung von Tiermodellen für die Xenotransplantation sowie medizinische Forschung, Untersuchung von Stammzellen für die Grundlagenforschung und Entwicklung alternativer toxikologischer Tests für die Industrie.


Prof. Katsuhiko Hayashi ist ordentlicher Professor an der Kyushu University Japan und ist führend auf dem Gebiet der In-vitro-Produktion von Gameten aus primordial germ cells (PGC). Hayashis Arbeitsgruppe entwickelte ein Kultursystem, das PGC und Eizellen aus Maus-ESCs/iPSCs induziert. Bemerkenswert ist, dass das Kultursystem funktionelle Eizellen aus adulten, aus der Haut gewonnenen iPSC produzieren kann, was die Machbarkeit der Umwandlung von somatischem Gewebe in Eizellen belegt.


Jan Stejskal ist Direktor für Kommunikation und internationale Projekte beim Zoo Dvur Králové. Er ist seit 2013 direkt mit der Koordination unterschiedlicher Schutz- und Reproduktionsmaßnahmen für die nördlichen Breitmaulnashörner befasst.


Prof. Barbara de Mori hat einen Doktortitel in Ethik und unterrichtet Ethik im wissenschaftlichen Bereich an der Universität Padua. Ihr Fokus liegt auf ethischen Fragestellungen im Bereich Umwelt und Naturschutz, sie ist verantwortlich für die ersten Trainingskurse in Italien zu Veterinärethik und Tierschutzethik. Sie ist Direktorin des Ethiklabors für Veterinärmedizin, Naturschutz und Tierschutz der Universität Padua. Sie arbeitet intensiv mit europäischen zoologischen Einrichtungen sowie mit Partnern im Bereich der Naturschutzethik in der Republik Südafrika zusammen. Der Schwerpunkt dieser Aktivitäten liegt auf Instrumenten, Methoden und partizipativen Ansätzen für den Prozess der Ethischen Überprüfung (ethical review process, ERP) im Naturschutz.


Steven Seet hatte fünf Jahre eine inhabergeführte full service Werbeagentur bevor er sich der Wissenschaft zuwendete. Am Leibniz-IZW leitet er den Bereich Wissenschaftskommunikation und ist verantwortlich für Public Relations, Public Affairs, Wissenschaftliche Veranstaltungen und Fundraising. Er ist Mitglied des Wissenschaftsmanagements des Leibniz-IZW.